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Die Lücke im Nebenmotiv

 

Heute geht es um ein Foto, das ich vor fast 10 Jahren in Freisen aufgenommen habe. Bei einem Fotorundgang mit dem Fotoclub Tele Freisen habe ich als (damaliger Anfänger) viel gelernt. Damals ging es um die Aufnahme von Windrädern mit anschließender Bildbesprechung.

 

Hier ist mein Foto aufgenommen am 1.7.2008, ca. 20 Uhr:

Die technischen Daten lauten: 1/320s, ISO 400, Brennweite 48mm, f9

 

 

 

Heute würde ich die Einstellungen für die Aufnahme anders machen, z.B.

ISO-Wert in Richtung 100 oder noch kleiner führt zu weniger Rauschen im Bild, Zeit ca. 1/60s reicht aus, der Richtwert ist Zeit < 1/Brennweitenzahl in s, Blende eher Richtung f11 um noch etwas mehr Schärfentiefe zu erhalten (ist aber hier nicht so interessant, da das Bild insgesamt wenig Tiefe hat).

 

Nun komme ich aber zum Thema, der Position des Hauptmotivs im Bild. Dazu habe ich einige Linien in mein Werk gezogen:

 

 

 

Habt Ihr Euch das Foto zuerst betrachtet bevor Ihr meinen Text gelesen habt? Unsere Fotos wären besser, wenn wir genau so viel Zeit für das Betrachten verwenden wie für das Fotografieren.

 

Nun aber zur Bildanalyse:

 

1. Die roten Linien teilen das Bild jeweils in Drittel.

Fotografien, bei denen das Hauptmotiv genau in der Mitte platziert ist, wirken oft uninteressant. Die Theorie der Drittelregel besagt, dass unser Auge auf die Blickpunkte, die im Drittel liegen, gelenkt wird.

Natürlich ist das nur eine Hilfe für die Bildkomposition und kein absolutes Muss.

Vermutlich hatte ich damals gar nicht darauf geachtet an welcher Stelle der Rotorkopf sich befindet. Er liegt nicht genau im Kreuz der roten Linien aber auch nicht mittig im Bild.

 

2. Die grüne Linie ist die Hauptdiagonale.

Der Rotorkopf liegt genau auf der Hauptdiagonalen. Das wirkt harmonisch.

 

3. Paralleler Aufbau

Der Fuß des Windrades ist parallel zu den Bildrändern, d.h. er steht gerade und nicht schief, eigentlich eine Trivialität bei „normalen Fotowerken“.

Die verpackten Strohballen liegen parallel zum Bildrand; ebenso trivial.

 

4. Das Hauptmotiv ist das Windrad, aber auch die Strohballen wirken als Nebenmotiv mit, insbesondere dadurch, dass der Fuß des Windrades genau in der Lücke der Strohballen steht (schwarzer Pfeil). Das habe ich damals bewusst so aufgenommen und hierzu einen passenden Standort für diese Perspektive gewählt. Hat das jeder vorher gesehen?

 

5. Das Licht ist weich bei tiefstehender Sonne (orange-farbiger Pfeil). Mittags wären die Schatten wesentlich kürzer.

 

6. „Blau“ und „weiß“ sind die dominanten Eindrücke des Fotos. Dadurch dass es hier nicht zu viele weitere dominante Farben gibt ist das Bild prägnanter.

 

 

Habt Ihr Anmerkungen oder Ergänzungen zu meiner Bildanalyse?

 

Ich bin auf Eure Antworten gespannt.

Bis zum nächsten Mal …

 

 

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