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Ein klassisches Herbstmotiv

 

Wenn man eine gute Nachbarschaftsbeziehung hat.

Gestern Abend durfte ich Pilze im Garten der Nachbarschaft fotografieren. Diese Gelegenheit hatte ich natürlich gerne genutzt. Leider waren die Lichtverhältnisse nicht mehr so optimal.

                 

Wenn das Motiv nicht wegläuft.

Ich kenne mich mit Pilzen nicht aus. Man muss Pilze ja nicht sammeln und essen, sondern man kann sie mit der Kamera sammeln. Das mache ich!

Übrigens, Pilze können nicht weglaufen – das scheint trivial. Aber bei solchen Motiven hat man mehr Zeit als z.B bei der Sportfotografie.

 

Technische Daten:

Mein Foto habe ich um 18:40 Uhr am 11.10.2017 erstellt.

Die technischen Daten lauten: 1/50s, ISO 3200, Brennweite 60mm - Makro, f10

 

Das Ergebnis bespreche ich gleich mit Euch – zunächst zeige ich die Aufnahme, die Ihr Euch bitte zuerst in Ruhe anseht und überlegt, welche Eindrücke Ihr gewinnt.

 

Originalaufnahme:

 

 

Nun aber zur Bildanalyse:

 

1. Die Sicht auf den Pilz, der Standpunkt, die Frontalsicht

Pilze kann man stehend von oben fotografieren, das ist aber nicht so interessant. Eine Perspektive wie man den Pilz im Vorbeigehen nicht sieht ist viel spannender. Ich habe mich dazu flach auf die Wiese gelegt und die Pilze auf „Augenhöhe“ fotografiert. Die Frontalsicht betont die Senkrechte und die Waagerechte. Die Statik des Motivs wird hervorgehoben.

 

2. Anzahl der Farben:

„Rot“, „weiß“ und „grün“ sind die dominanten Eindrücke des Fotos. Dadurch dass es hier nicht zu viele weitere dominante Farben gibt ist das Bild prägnanter.

 

3. Schärfentiefe

Spätestens ab dem „2. Pilz rechts“ ist die Unschärfe klar zu erkennen. Es ist viel interessanter das Bild mit Unschärfe zu versehen (insbesondere den unbedeutenden Hintergrund), als das komplette Foto scharf darzustellen.

Ich habe Blende 2,8 (sehr wenig Schärfe, der 1. Pilz hat dann nur einen kleinen Schärfebereich) und Blende 22 ausprobiert (sehr viel/ zuviel Schärfe) und mich dann für Blende 10 entschieden.

Man muss jeweils nicht unbedingt ein Foto machen, sondern kann mit der Abblendtaste die Situation beurteilen.

 

Dadurch, dass ich das wichtigste Element meines Bildes scharf gestellt habe, habe ich es optisch hervorgehoben und zugleich betont.

 

 

4. Linien und Winkel im Bild

 

Linien:

Betrachtet man die Motivgruppe der Pilze, so bemerkt man, dass die Schrägsicht Dynamik erzeugt. Die Pilze liegen genau auf einer Linie! Das bringt Ordnung in das Foto und führt zusätzlich in die Tiefe des Raums. Linienführung ist ein wichtiges Gestaltungselement in der Fotografie.

 

Winkel:

Man könnte den unscharfen Pilz links oben herausretuschieren. Ich habe das nicht getan. Er trägt dazu bei, dass die Linie auf der er liegt, zusammen mit der Linie die durch die Pilzgruppe verläuft, einen rechten Winkel bildet; das wirkt harmonisch (spitze Winkel bewirken Aggressivität, stumpfe Winkel das Gegenteil). Durch das Zusammenspiel zweier gegensätzlicher Richtungen entsteht im Werk eine gewisse Spannung.

 

 

 

Habt Ihr Anmerkungen oder Ergänzungen zu meiner Bildanalyse?

Welcher Pilz ist das Hauptmotiv und warum?

 

Ich bin auf Eure Antworten gespannt.

Schöne Herbsttage und bis zum nächsten Mal …

 

 

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